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NISHNIJ NOWGOROD – eine Stadt orientiert sich nach Westeuropa
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Während der Sowjet-Zeit wurde die Stadt kurz "Gorki" nach dem russischem Schriftsteller Maxim Gorki, der dort geboren wurde, genannt. Im Jahr 1991 bekam sie den Namen Nishnij Nowgorod. Mit 1,5 Millionen Einwohnern ist Nishnij nach Moskau, St. Petersburg, und Nowosibirsk die viertgrößte Stadt Russlands. Sie liegt ungefähr 500 Kilometer östlich von Moskau an der Wolga, im Herz der gewaltigen Wolga-Vyatka-Industrieregion. Zur Zeit der Sowjet-Ära war die Stadt für Ausländer gesperrt, um die Sicherheit militärischer Forschungseinrichtungen und Produktionsstätten zu gewährleisten, obwohl sie ein beliebtes Ausflugsziel für russische Touristen war, die auf der Wolga schipperten. Interessant und erwähnenswert ist, dass der russische Physiker und Nobelpreisträger Andrei Sacharow von 1980 bis 1986 in der Stadt im Exil leben musste.
Von den 20er Jahren an bis heute hat sich die Stadt und die Umgebung zu einem Zentrum für Schwerindustrie entwickelt. Mehr als 633 Industrieunternehmen beschäftigen nahezu 700.000 Arbeitskräfte und erwirtschaften ca. 83% des regionalen Bruttoinlandproduktes. Die führenden Sparten sind Maschinenbau und Metallverarbeitung, gefolgt von der chemischen und petrochemischen Industrie, Forstwirtschaft, holzverarbeitender und Papierindustrie. Die Region erzielt Exportüberschüsse und verfügt über einen gut entwickelten Finanzmarkt, der traditionell für nicht-russische Investoren attraktiv ist.
Der Maschinenbausektor ist die führende lokale Industrie und weist eine starke Transport-Orientierung auf, wie zum Beispiel Automobilindustrie, Schiffsbau, Dieselmotoren, Flugzeugbau und Maschinenwerkzeug.
In letzter Zeit jedoch hat sich Nishnij zu einer IT-Hochburg Russlands mit einem hervorragenden Ruf in Forschung und Entwicklung herausgebildet. In der Region gibt es 25 Forschungsinstitute für Telekommunikation, Radiotechnologie sowie für theoretische und angewandte Physik. Zu diesen Unternehmen kommen höhere Bildungseinrichtungen wie die Staatliche Medizinakademie, die Staatliche Technische Universität Nishnij Nowgorod und das Institut für Informationstechnologie, früher MERA Networks. Die Region wurde von der Regierung als einer von vier Standorten für einen IT-orientierten Technologiepark ausgewählt – ein Gebiet das über eine etablierte Infrastruktur verfügt und eine günstige Steuer- und Zollpolitik betreibt.
Im Zuge der Internationalisierungspolitik hält die Region nicht nur nach Exportmärkten für viele Produkte Ausschau, sondern ist sich auch der Notwendigkeit bewusst, kaufmännisches und Management-Know-How aus Westeuropa zu erwerben, um weltweit erfolgreich zu sein. Solche Fähigkeiten sind nicht nur für die Entwicklung der bedeutenden lokalen Industrien wichtig, sondern genauso für eine Reihe von Infrastruktur-Projekten, wie z.B. den Bau eines Containerhafens an der Wolga oder die Schaffung verbesserter Transportsysteme innerhalb der Stadt und ihrer Umgebung.
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